Eine tolle Klettertour – Scheffauer im August 2014

 Wilder Kaiser

Scheffauer (2111 m)


Walleralm (1171 m) – Hochegg (1470 m) – Kaindlhütte (1318 m) – Widauersteig – Scheffauer (2111 m) – Steiner Hochalm (1257 m) – Scheffau (752 m)

Charakter: Weg zur Kaindlalm mittelschwere Bergwanderung auf teils steinigen Pfaden, Aufstieg zum Scheffauer über den Widauersteig leichter aber steinschlaggefährdeter und teilweise ausgesetzter Klettersteig (A/B) mit teilweise ungesicherten Klettereien bis zum max. 1. Schwierigkeitsgrad, Abstieg vom Scheffauer nach Scheffau leichte aber anstrengende Bergtour über steile schroffige Pfade mit kurzen leichten Kraxelstellen (an zwei Stellen drahtseilgesichtert). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich.

Besondere Ausrüstung für den Widauersteig:

Steinschlaghelm, für Ungeübte und nicht ganz schwindelfreie Berggeher auch Klettersteigausrüstung

Aufstieg zur Kaindlhütte: Morgens um 10 Uhr verlassen wir die Walleralm (Stöffelhütte) und hier starten wir zur Kaindlhütte (ausgeschildert). Die Übernachtung in der Hütte war ein Erlebnis und kann nur jedem empfohlen werden. Frühstück und Abendessen waren üppig und das selbstgebraute Bier ein Genuss. Der ein oder andere halbe Liter hat auch dazu beigetragen, dass wir alle sehr gut geschlafen haben.

Nach der Alm bezwingen wir einen grasigen Hang und durchschreiten im Anschluss einen lichten Wald. Mäßig steil geht es nun weiter und wir erkennen schon bald links vor uns den Buckel des Hocheggs. Kurz vor dem Hochegg nimmt die Steigung nochmals deutlich zu. ca. 1 Stunde nach Verlassen der Walleralm stehen wir auf der grasigen Kuppe und am Gipfelkreuz des Hocheggs. Hier haben wir eine kurze Pause eingelegt um den Blick auf das Inntal und den Zahmen Kaiser zu genießen. Sichtbar ist von hier oben auch schon unser nächstes Etappenziel, die Kaindlhütte. Über einen Wiesenpfad wandern wir in einer knappen halben Stunde hinunter zur Kaindlhütte. Ein kurzer Stopp tut gut und der Wirt ist ein guter Ratgeber: „Die ersten 30 Meter sind schwer, aber schlimmer wird es dann nicht mehr“. –Stimmt– Gleichbleibend schwer für die nächsten Stunden.

Zustieg zum Widauersteig: Um zum Widauersteig zu gelangen orientieren wir uns an der Hütte südwärts und wandern auf die abweisenden Wände des Wilden Kaisers zu. Bei einem großen Felsblock biegen wir links Richtung Widauersteig ab (ausgeschildert). Der Weg führt uns nun in einen schattigen Bergwald hinein. Zügig gewinnen wir über den steiler werdenden Pfad an Höhenmetern hinzu. Nachdem sich der Bergwald mehr und mehr zurückzieht erreichen wir einen Kessel. Vor uns befinden sich nun die Nordabstürze des Scheffauers und des Zettenkaisers, auf die wir nun zusteuern. Unterhalb der Wände vollzieht unser Pfad einen Knick nach links und wir erreichen gut eineinviertel Stunden nach Aufbruch an der Kaindlhütte den Einstieg zum Widauersteig.

Über den Widauersteig zum Scheffauer: Der Steig führt uns entlang einer Drahtseilsicherung zu einer Rinne empor, die wir in leichter Kraxelei durchsteigen (A/B). Nach abwechselndem Geh- und Klettergelände erreichen wir eine plattige Felsstufe (A/B), die anhand von Trittbügeln überwunden wird. Nun erreichen wir ein Felsband, auf dem wir die Wand queren (A). Die Querung ist teilweise ausgesetzt und man darf den Steinschlag nicht unterschätzen, der einen hier und in der Folgezeit erwarten kann. Nach der Querung klettern wir in einer breiten Rinne abwechslungsreich und niemals allzu schwierig empor (A/B). Im oberen Teil des Steigs passieren wir einen markanten Durchlass und halten uns dabei rechts. Zuerst klettern wir ungesichert über eine Felsstufe (I) empor.

Über eine finale Drahtseil- (A) und abschließenden Gehpassage erreichen wir schließlich die Einsattelung unterhalb des Gipfels (Wegweiser). Hier wenden wir uns nach rechts und wandern nicht für 10 Minuten zum Gipfelkreuz des Scheffauer empor. Wir sehen Gewitterwolken und starten nach kurzer Pause mit dem Abstieg.

Abstieg nach Scheffau: Nach kurzem Abklatschen steigen wir nun die Südseite hinab. Zuerst ist der Abstieg sehr steil und steinig. Einige Male muss für eine leichte Kraxelei Hand an den Fels gelegt werden – an zwei Stellen ist ein Drahtseil gespannt. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die Steiner Hochalm. Auf halber Strecke erreicht uns dann das Gewitter und der Regen. Somit wird auf der Steiner Hochalm die Wäsche gewechselt, ein Halbes genossen und bei aufgeklartem Himmel geht es dann locker nach Scheffau zum Hotel Weberbauer.

 

Höhe Gehzeit Gesamt Ziel
Start Walleralm
1171 m – 1470 m + 1:00 1:00 Hochegg
1470 m – 1318 m + 0:25 1:25 Kaindlhütte
1318 m – 1870 m + 1:25 2:50 Einstieg Widauersteig
1870 m – 2111 m + 1:10 4:00 Scheffauer
2111 m – 1257 m + 1:45 5:45 Steiner Hochalm
1257 m – 752 m + 0:45 6:30 Scheffau

 

Quelle: hoehenrausch.de und Didi Hackl   

Schreibe einen Kommentar